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Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Update auf unserer Homepage! Wie bereits im letzten angekündigt, werde ich euch heute etwas Näheres über meine zwei Wochen im August am Atlantide fishing resort in der Nähe von Verona (Italien) berichten.

Bevor ich zum Gewässer, seinen Bewohnern sowie meinem Angeln dort komme, möchte ich die Zeilen nutzen, um das Thema "paylake" einmal aus meiner Sicht zu erläutern. Viele bei uns im Team vertreten diesbezüglich nämlich eine andere (radikalere) Meinung... "100% public domain", "Freie Männer fischen freie Wasser" liest man da des Öfteren in den sozialen Netzwerken und man könnte fast den Eindruck erhalten, dass dies ein besonderes "Qualitätsmerkmal" darstellt oder die Aufgabe dadurch gleich dreimal herausfordernder wird. Mag ja alles sein, kann zutreffen, aber für mich sollen im Urlaub das Abschalten vom Alltag und die Konzentration aufs Angeln im Vordergrund stehen. Das kann ich aber nicht, wenn ich mir Sorgen um mein Auto, mein Tackle, meine Sicherheit oder meine Nerven (Spinnfischer!) machen muss. Auch hört man ab und zu, dass Fische aus Gewässern, an denen man die Plätze buchen kann, weniger "zählen" würden, da diese bekannt seien und zudem auch der Angeldruck "nichts mit Angeln" zu tun hätte. Kann ich nachvollziehen, keine Frage. Wird halt dann blöd, wenn dieselben Leute vom früheren Cassien schwärmen, nach L........ oder zum M....... fahren?!

Weiß auch nicht, ob es "besser" ist, sich irgendwo im Wald oder Schilf "einzugraben", dass man bloß nicht gesehen wird, weil man ja nachts nicht am Wasser sein darf?! Wie gesagt, um es deutlich zu machen: Ich persönlich kann mich für viele Arten des Fischens begeistern, hat alles seinen Reiz! Aber dieses Moralisieren und sich "cooler darstellen", weil man xyz macht, geht mir irgendwie auf die Nerven.

Deshalb bin ich  zu dem Schluss gekommen, dass für meine Bedürfnisse ein See, in welchem keine gestohlenen Fische schwimmen, die Regeln mich nicht einschränken, ich mir keine Gedanken bezüglich Sicherheit machen muss und zumindest die Chance besteht, große oder schöne Fische zu fangen, mir ganz gut in den Kram passt. Ob man dafür im Vorfeld einen Platz buchen muss, ist mir in dieser Hinsicht erst einmal egal. Gibt immer Mittel und Wege, vor Ort etwas zu regeln. Aus diesem Grund möchte ich nun auch über einen See schreiben, an welchem diese Gegebenheiten auch zutreffen.

Atlantide fishing resort

Allgemeine Infos/Regeln

Viel Wissenswertes erfährt man zunächst einmal über die Homepage von Italian Carp Lakes, über welche auch die Buchung aus Deutschland läuft. Auch die Facebookseite des Sees empfiehlt sich für Informationen!

Deshalb beschränke ich mich hier auf Eckdaten: Der See liegt in der Nähe von Verona, ist ca. 30ha groß und fällt fast überall steil ab. Für mich war es ein kleiner Schock, dass bereits 15m vom Ufer 12m Wassertiefe herrschen. Oft wird es auch noch tiefer... Trotz seiner Tiefe ist der See sehr klar. Ein Italiener neben mit hatte eine Unterwasserkamera dabei und diese unten auf eben dieser Tiefe positioniert. Die Bildqualität hätte bei "Korda Underwater" nicht besser sein können...

Der Grund ist oft sandig und vielfach übersät mit kleinen und großen Muscheln.

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Bild: Shit happens...

Im Sommer fanden sich im Uferbereich jede Menge Kleinfische, die häufig Opfer der raubenden Barsche wurden. Fürs Angeln auf Raubfische empfiehlt es sich unbedingt, mit dem Seepächter vor Ort Rücksprache zu halten!

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Bild: Süß!

Auch sollte man beachten, dass sich gerade im Uferbereich einige Krebse tummeln. Zumindest bei meinem Aufenthalt im August stellten diese jedoch kein Problem dar...

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Bild: Maximal beim Ablegen ganz nahe am Ufer ein mögliches Problem...

Generell ist eigentlich alles erlaubt, was man von zuhause kennt. Die Stellen sind so verteilt, dass alle 100m ein Platz zu finden ist. Falls man zu zweit anreist, sollten definitiv zwei Plätze nebeneinander anstatt einer Stelle für beide  gebucht werden! Von Vorteil ist natürlich, dass man alles mit dem Auto anfahren kann, da um den See ein Weg verläuft.

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Bild: Das Ausladen und Parken direkt am Platz ist möglich.

Ganz nett ist es außerdem, dass man für die Dauer seines Aufenthalts ein Fahrrad bekommen kann, um mal ein Seerunde zu drehen oder die sanitären Anlagen (Basisausstattung) zu besuchen.

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Bild: Ja mei, warum nicht...

Generell gilt (wie eigentlich überall): Wenn man sich anständig aufführt, rücksichtsvoll auftritt, sich an die Regeln hält, es am Platz ordentlich aussieht und man vor allem auf seinen Müll achtet, steht einem interessanten Angelurlaub nichts im Wege! Als Gast benimmt man sich einfach. Punkt. Sollte nicht nur für Deutsche im Ausland selbstverständlich sein...

Fischbestand

Atlantide ist noch nicht lange geöffnet. Ursprünglich beherbergte der See einen kleinen Bestand an Schuppenkarpfen sowie einigen Spiegelkarpfen, welche schon damals zu enormen Größen heranwuchsen (Rekord 36kg). Da dies aber keine Basis darstellt, um mit dem Gewässer "arbeiten" zu können, wurden zweimal Spiegelkarpfen besetzt. Diese wachsen zwar teilweise extrem gut ab (7kg Gewichtszunahme im Jahr!), aber im Moment sind wirklich noch einige kleine Fische (5-8kg) im Gewässer, was ein gezieltes Angeln auf die Großen natürlich schwierig(er) gestaltet. Dessen muss man sich auf jeden Fall bewusst sein!

Dennoch stellt Atlantide leider?! oder "Gott sei Dank?!" kein "runs water" dar. Beim besten Willen nicht. Im Gespräch mit einigen Anglern sowie Riccardo, dem Seepächter, wurde deutlich, dass auch oft geblankt wird. Nicht wenige Angler verlassen das Gelände auch wieder ohne einen Fisch! Für viele ist Atlantide deshalb zu einer wohltuenden Alternative zu anderen kommerziellen Gewässern Italiens geworden. Das muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden. Meine Einschätzung ist, dass man über jeden gefangenen Fisch froh sein sollte und dies als Bestätigung der eigenen Taktik ansehen muss.

Urlaub ;-)

Nach den allgemeinen Infos nun konkret zu meinem Aufenthalt dort!

Aus dem Süden Deutschlands kommend, hielt sich meine Fahrzeit, Gott sei Dank, in Grenzen und so stand ich Anfang August am Montagmorgen gut gelaunt am Ufer des Sees. Der erste Eindruck war erst einmal ernüchternd, da doch viele Angler dort waren und der See eher "leblos" wirkte. Nach einer kurzen Einführung an der Hütte ging es dann auch gleich zum Platz. Aufgrund der Möglichkeit, das Auto direkt am Platz zu parken, war der Aufbau echt ein Kinderspiel. Die Temperatur kletterte zwar unermüdlich in die Höhe, aber darauf stellt man sich ja ein, wenn man im August nach Italien fährt...

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Bild: Ok. Sind wir ehrlich. Es gibt idyllischere und schattigere Plätze auf der Welt...

Die erste Fahrt mit dem Echolot war dann wirklich aufschlussreich, da, wie gesagt, die große Tiefe doch überraschend schnell kam und ich mich fragte, ob die Karpfen überhaupt zwischen 10 und 13 Metern um diese Jahreszeit fressen oder doch lieber die steilen Uferkanten entlangziehen würden... Ich entschied mich, mit den erlaubten vier Ruten erst einmal möglichst viele Optionen (tiefenmäßig und futtertechnisch) abzudecken und abzuwarten, was sich letztendlich am erfolgversprechendsten herausstellen würde.

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Bild: Auf Anhieb kann jeder das "ideale Fangwetter" sehen...

Nun ja. Die ersten Tage schwiegen die Bissanzeiger beharrlich und weder am frühen Morgen, noch in den Abendstunden konnte ich großartig Fischaktivitäten in meinem Bereich ausmachen. Im hinteren Seeteil sah dies etwas anders aus... Unter normalen Umständen wäre ich umgezogen (Anmerkung: In Rücksprache mit dem Seepächter bezüglich anderer Reservierungen ist dies auch kein Problem!), aber erstens waren die vermeintlich zu diesem Zeitpunkt fängigeren Plätze bereits belegt und zweitens hatte ich ja einen nicht zu unterschätzenden Trumpf auf der Hand: die Zeit! Man könnte es als "stures Aussitzen" bezeichnen, aber es ist sicherlich kein Geheimnis, dass Fische aufgrund des Angeldrucks Bereiche verlassen, in denen viel Unruhe herrscht. Darauf setzte auch ich, dass die Fische nämlich aufgrund dessen früher oder später zu mir kommen "müssen"...

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Bild: Wenigstens meinem Freund schmeckte schon das Futter!

Naja, im Nachhinein hört sich diese Analyse zwar echt souverän an, aber mit jedem verstrichenen bisslosen Tag wurde das Vertrauen in die eigene Taktik immer ein Stückchen weniger... "Solltest du nicht doch lieber flacher fischen? Wäre weniger Futter sinnvoll(er)? Müsste ich mehr auf Partikel setzen? Fressen die Fische wirklich nicht im Tiefen?" Solche Fragen geisterten immer mehr im Kopf herum. Die Tatsache, dass meine Nachbarn aber ebenfalls nichts fingen (von zwei kleinen Fischen abgesehen), beruhigte mich zwar einerseits, andererseits nagte dann wieder die Frage "Was ist, wenn du Pech hast und die Fische aufgrund des konstanten Wetters die nächste Zeit überhaupt nicht daran denken, den hinteren Seeteil zu verlassen?" an mir.

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Bild: Der Abend. Endlich Abkühlung und ansteigende Hoffnung für die kommende Nacht! (Ach ja! Vermehrtes Erstellen von "Rutenbildern" ist übrigens ein klares Zeichen dafür, dass es schlecht läuft ;-))

Piiiiiiiiiieeeeeeepppppppp!!! Am Morgen des sechsten Tages dann endlich die Erlösung in Form eines Dauertons! Ich war bereits wach, kochte Cappuccino und beobachtete dabei das Wasser. Deutlich war diesmal mehr Fischaktivität zu sehen! Relativ nervös stieg ich also ins Boot und fuhr dem flüchtenden Fisch hinterher, der auf zwei Maiskörner am ultrakurzen Rig gebissen hatte. (Extreme Riglängen können ebenfalls Zeichen leichter Verzweiflung sein...) Erstaunlicherweise kam mir der Fisch bereits an der Oberfläche entgegen, als ich ihn mit dem Boot erreichte, sodass ich ihn ohne größere Komplikationen keschern konnte.

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Bild: Der erste Fisch gleich einer aus dem Altbestand. Nicht groß, aber egal!

Natürlich hoffte ich jetzt, dass der Bann gebrochen wäre, aber es dauerte wieder bis zum nächsten Morgen, bevor ich eine neue Chance bekam. Wieder auf Partikel, diesmal Tigernuss. Ein kleiner Spiegler sorgte für ansteigendes Vertrauen in die Taktik und den Platz.

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Bild: Wenn man weiß, dass man nicht viele Bisse bekommt, ist die Freude auch bei kleinen Fischen groß.

Diese kleinen Spiegler kamen nun wohl regelmäßig(er) auf den Platz, denn auch die folgenden Morgenstunden wurden immer mit jeweils einem Biss dieser Kategorie aufgelockert. Erstaunlich war nur, dass nie mehr als ein Fisch aus dem Schwarm biss... Zu viel Futter? Zu wenig Futter? Fische zu "clever"?

Genau über diese oder jene Fragen grübelte ich auch am vorletzten Abend meines Trips, als ich wie aus dem Nichts einen Biss auf die ganz rechte Rute bekam, welche abseits des Futterplatzes mit nur ein paar wenigen Proto Boilies lag. Der Fisch nahm ganz gut Schnur und ich hoffte, endlich einen der "besseren Fische" gehakt zu haben. Der Kontrahent stand diesmal tief und die langsamen Bewegungen ließen mich an der Bremseinstellung der Ultegra hantieren. Stück für Stück kam der Fisch schließlich höher und ich erkannte einen ganz guten Schuppi, der im letzten Tageslicht nach oben kam. Stefano, ein Italiener, den ich während meines Aufenthalts kennen gelernt hatte, verfolgte den Drill vom anderen Seeufer aus und radelte gleich herüber, um ein Erinnerungsbild zu schießen.

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Bild: 18kg Schuppi und ein "happy Basti"

Auch wenn ich solche Fische im Hausgewässer wirklich regelmäßig fangen kann, stellte dieser Fisch doch einiges der letzten Zeit in den Schatten. Zeigte er mir doch, dass mein Vorgehen hier im Endeffekt doch nicht sooo falsch gewesen sein kann. Ich habe mir angewöhnt, Fänge immer in Relation zu den eigenen Möglichkeiten, den Gegebenheiten, dem Wetter und/oder den Ergebnissen möglicher anderer Angler zu sehen. In dieser Hinsicht konnte ich mich nun wirklich nicht beklagen... Zufrieden ging es also an diesem Abend aufs Bedchair ;-).

Der nächste, also vorletzte Morgen des Urlaubs, verlief dann überraschenderweise ruhig. Zu ruhig, verglichen mit den Vortagen. Die eigentliche Beißzeit war eigentlich schon beendet, ich machte mich gerade daran, Stuhl etc. in den Schatten zu verlegen, als doch noch die ganz linke Rute ablief, welche schon 24 Stunden unberührt mit einem Proto Boilie am Rand des "Hauptfutterplatzes" (bestehend aus Pellets, Partikeln, Proto- sowie River Edge Boilies) lag. Wieder ging es ins Boot und dem Fisch hinterher. Dieser machte ordentlich Strecke nach rechts über alle andereren Schnüre drüber, da diese jedoch alle abgesenkt waren, musste ich mir diesbezüglich keine Gedanken um ein mögliches Chaos machen. Über dem Fisch angekommen, begann der eigentliche Drill. Zu Beginn fühlte sich alles recht "normal" an. Er stand zwar tief, aber relativ viel "Gezappel" schürten in mir eher die Vermutung, einen mittleren Spiegler gehakt zu haben. Nachdem aber 10min vergangen waren, in welchen der Drill immer ruhiger wurde, der Gehakte weiter konstant Druck ausübte (so wie ich halt auch) und mich über den See zog, begannen allerdings ganz langsam die Gedanken, Achterbahn zu fahren: "Du wirst doch nicht...?!" Ich versuchte, diese schnell beiseite zu schieben, aber je länger sich das Ganze in die Länge zog, desto angespannter wurde ich. Nach geschätzten 20min konnte ich "IHN" dann zum ersten Mal im klaren Wasser erkennen. Auf den ersten Blick "ganz ok"... Jeden Meter, den er jedoch näher zum Kescher kam, stieg aber auch meine Gewichtsschätzung... Ich hoffte nur, dass jetzt kein Blödsinn mit dem Haken oder dem Vorfach passieren würde. "Natürlich" zog der Schuppi, so viel stand jetzt auch schon fest, noch einmal kurz vorm Keschern in die Tiefe und bange Sekunden verstrichen. Damit hatte er aber dann endgültig sein Pulver verschossen und die Maschen des Netzes schhlossen sich um das Tier. Ruhig und bedächtig machte ich mich auf den Rückweg zum Platz, wo schon die Nachbarn mit der obligatorischen Frage "How big?" warteten. 

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Bild: Das Wiegen ergab dann 25,3kg und mein Grinsen wurde größer und größer...

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Bild: Besser konnte der Urlaub nicht enden!

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Bild: Ein letztes Bild im Wasser, bevor SIE zurück durfte!

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Bild: Der letzte Abend eines für mich tollen Urlaubs...

Wie man sich sicher denken kann, trat ich am nächsten Tag mehr als zufrieden die Heimreise an. Zwar wesentlich später als geplant, aber "who cares"? :-)

Basti

T.T. Baits